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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 15.08.2019


Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der
Landwirtschaftsverwaltung.

Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten.
Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten.
Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.



Zuckerrüben

Sofern in den letzten zwei Wochen keine Fungizidbehandlung gegen die Cercospora-Blattfleckenkrankheit erfolgte, sind die Bestände unbedingt auf Befall zu kontrollieren. Gefährdet sind vor allem Tallagen und anfällige Sorten, die eventuell zweimal behandelt werden müssen. Aber auch gesündere Sorten brauchen eventuell eine Behandlung. Späte Rodetermine müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Witterungsbedingt ist eine Zunahme des Befalls zu verzeichnen.

Der Bekämpfungsschwellenwert ist überschritten, wenn ab Mitte August von 100 zufällig gerupften Blättern mehr als 45 % Krankheitssymptome aufweisen, also neben Cercospora-Blattflecken noch andere Pilzkrankheiten auftreten.

Mittelbeispiele: 0,6 l je Hektar Duett Ultra; 1,0 l je Hektar RubriC.

Wegen Resistenzgefahr bei Cercospora wurde für das Mancozeb-haltige Mittel TRIDEX DG RAINCOAT eine Notfallzulassung als Tankmischung mit 2,0 kg je Hektar zu anderen Fungiziden erteilt. Wegen Resistenzproblematik Kontrolle auf Wirksamkeit.

Achtung: Bei Verdacht des Auftretens der neuen Krankheit SBR an das Landwirtschaftsamt wenden. Mögliche Befallssymptome sind Vergilbungen sowie verlängerte und verschmälerte Herzblätter.


Winterraps

Prüfung vor Aussaat ob

1. Nachbaubeschränkungen von Frühjahrsherbiziden einzuhalten sind und

2. aus Fruchtfolgegründen vier Jahre Anbaupause sinnvoll sind.


Vorbeugende Schneckenbekämpfung

Schwarzhalten der Stoppeln, d. h. mehrmaliges Bearbeiten bis zur Aussaat und eine oberbodenverdichtende Saatbettbereitung.

Teilerfolge auch durch flaches Einarbeiten von 2-3 dt je Hektar geperltem Kalkstickstoff kurz vor oder unmittelbar vor Saat in feinkrümeligem Boden bzw. Anwendung von ca. 10 dt je Hektar gemahlenen Branntkalk vor der Saat.

Nach der Saat und in die Auflaufphase des Rapses sollte bei Bedarf sofort Schneckenkorn gestreut werden. Schneckenkorn im Beidrillverfahren ist nicht ausreichend.

Achtung: MESUROL-Schneckenkorn, hat ein Anwendungsverbot!

Bei anderen Präparaten gelten teilweise Auflagen im Randbereich zu anderen Flächen.


Saatbettbereitung für Winterraps

Genügend abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit guter Stroheinarbeitung und Strohrotte. Eine zu nasse Bodenbearbeitung ist unbedingt zu vermeiden, damit Strukturschäden nicht die geforderte Wurzelentwicklung beeinträchtigen.


Aussaat von Winterraps

Achtung: Saatgut mit Thiram gebeizt, darf nur noch 2019 ausgesät werden.

Rapssaatgut mit Beizung SCENIC GOLD darf ausgesät werden.


Rapssaatgut mit dem polnischen Insektizid-Beizmittel LUMIPOSA 625 FS:

Deutsche Gebrauchsanleitung muss dabei sein. Die Aussaat sollte nur dann mit einem pneumatischen Gerät erfolgen, wenn dieses in die „Liste der abdriftmindernden Sägeräte“ eingetragen ist. Die Wirkung von LUMIPOSA gegen Rapserdflöhe wird höchstens als mittelmäßig eingestuft.

Durch Aussaat in ein rückverfestigtes Saatbett wird die Gefahr eines Schneckenbefalls gemildert. Das gebeizte Saatgut ist wegen möglichen Vogelvergiftungen sorgfältig einzuarbeiten. Eventuell nach der Saat extra walzen.


Unkrautbekämpfung Raps (Gräser im Nachauflauf!)

Achtung: Zunehmendes Auftreten von Storchschnabel!

Auf Herbizide, die den Wirkstoff Clomazone enthalten, sollte umständehalber aufgrund strenger Anwendungsbestimmungen verzichtet werden.

Wegen Grundwasserschutz maximal 500 g Metazachlor je Hektar innerhalb drei Jahren auf gleicher Fläche.

Standardmischung gegen eine normale Verunkrautung mit Zweikeimblättrigen ist zum Beispiel 1,2 l je Hektar FUEGO TOP +0,6 l je Hektar TANARIS im Vorauflauf bis frühen Nachauflauf im Keimblatt-Stadium der Zweikeimblättrigen, am besten auf feuchten Boden.

Müssen auch Ackerhellerkraut, Hirtentäschel und/oder Storchschnabel bekämpft werden, empfiehlt sich 2,5 l je Hektar BUTISAN GOLD im Vorauflauf, bzw. der RUNWAY-KOMBI-Pack.

Bei Bodentrockenheit und Problemschlägen sollten Spritzfolgen eingeplant werden, zum Beispiel ein Bodenherbizid wie 1,0 l je Hektar FUEGO im Vorauflauf und im Nachauflauf Blattherbizide wie zum Beispiel EFFIGO, FOX, oder RUNWAY-KOMBI im Splittingverfahren.

Wichtig ist immer: Bodenfeuchtigkeit, abgesetztes feinkrümeliges Saatbett, wenig oberirdisch organische Substanz.

Neu in Zulassung: BELKAR-SYNERO-Pack im Nachauflauf.


Bodenbearbeitung allgemein/Feldhygiene Ackerbau

Zur Vermeidung von „grünen Brücken“ für Blattläuse, Feldmäuse, Schnecken, Nematoden und Krankheiten sollten Ausfallgetreide und Ausfallraps bald eingearbeitet werden.




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