Service-Navigation

Suchfunktion

Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 09.10.2019

Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der
Landwirtschaftsverwaltung.

Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten.
Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten.
Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.


Wintergerste und Triticale

1. Schneckenkontrollen durchführen

2. Ungräser- und Unkräuterbekämpfung
Anzustreben ist wegen besserer Wirksamkeit und Verträglichkeit eine gezielte Bekämpfung im frühen Nachauflauf der Kultur und der Unkräuter, also im  Keimblattstadium  bzw. wenn die Fahrgassen sichtbar werden.
Mittelbeispiele für sogen. NAK-Behandlungen:
Gegen Windhalm + Zweikeimblättrige: BACARA FORTE, STOMP AQUA
Gegen Ackerfuchsschwanz + Zweikeimblättrige: HEROLD SC, MALIBU
Die beste Fuchsschwanz-Wirkung erzielt man mit dem BOXERCADOU-Pack (= 2,5 l/ha BOXER + 0,5 l/ha CADOU SC).
BACARA FORTE und HEROLD SC haben eine gute Nebenwirkung gegen Storchschnabel.
Im Falle etwaiger Starkniederschläge ist MALIBU verträglicher als HEROLD SC.

In Wintergerste bei der Mittelwahl unbedingt Resistenzvermeidungsstrategien beachten, d.h. im Vergleich zu Weizen andere Herbizid-Wirkstoffklassen nutzen. Die Wirkstoffe Pendimethalin (z.B. in STOMP oder MALIBU) und Prosulfocarb (z.B. in BOXER) dürfen nur mit Düsen der Abdriftminderungsklasse 90 % und mindestens 300 l Wasser je ha und max. 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit eingesetzt werden. BACARA kann nur noch im Herbst 2019 eingesetzt werden.

3. Getreide-Verzwergungsvirosen
Entscheidend ist der weitere Witterungsverlauf. Bei einem „goldenen Oktober“ kann es zu einem verstärkten Zuflug von Virus-Überträgern kommen. Blattläuse können das Gelbverzwergungsvirus übertragen. Quellen können benachbartes Ausfallgetreide sein, ungepflegtes Grünland, Zwischenfrüchte und noch stehender Mais. Zikaden können das Weizenverzwergungsvirus verbreiten. Infektionsquelle ist hauptsächlich ungepflegtes Grünland oder Böschungen/Randstreifen. Bei milder Witterung Wintergerste und Triticale spätestens im 2-Blatt-Stadium bei Sonneneinstrahlung auf Blattläuse und Zikaden kontrollieren. Bei Blattläusen beträgt die vorläufige Bekämpfungsschwelle 1 Laus auf 10 Pflanzen. Zikaden können auf Grund ihrer hohen Mobilität kaum bekämpft werden. Mittelbeispiele: HUNTER, KARATE ZEON, MAVRIK-VITA

Winterraps

1. Ungräser-Bekämpfung
Bestände auf Ausfallgetreide, Ackerfuchsschwanz, Quecken usw. kontrollieren.  Mittelbeispiele: AGIL-S, FUSILADE MAX, PANAREX

2. Unkräuter-Bekämpfung
Falls schon behandelt, wegen Trockenheit Kontrollen auf Herbizid-Wirkung durchführen.  Nachbehandlungen sind z.B. mit EFFIGO, FOX, KERB FLO, MILESTONE oder RUNWAY möglich. Sie sind nur als Baustein in einer Spritzfolge vorzusehen, weil sie nur gegen wenige Zweikeimblättrige wirken. Das Blatt-Herbizid FOX hat eingeschränkte Mischbarkeit (möglich z.B. mit RUNWAY, aber nicht mit Gräsermitteln und Fungiziden/Wachstumsreglern) und sollte im Splitting-Verfahren ab dem 4-Blatt-Stadium des Rapses mit 0,3 l/ha vorsichtig (nicht auf nasse Pflanzen) angewendet werden. Das neue Blatt-Herbizid BELKAR-SYNERO-POWER-Pack könnte mit 0,25 l/ha + 0,25 l/ha ab dem 2-Blatt-Stadium des Rapses gesplittet angewendet werden. Es wirkt nur gegen Zweikeimblättrige und hat eingeschränkte Mischbarkeit mit Gräser-Herbiziden (möglich z.B. mit PANAREX) sowie z.B. kein Einsatz mit Metconazol-haltigen Präparaten (z.B. CARAMBA, CARAX), weder in Tankmischung noch in Spritzfolge. KERB FLO wird ab Spätherbst speziell gegen Ungräser eingesetzt, ebenso wie MILESTONE mit etwas besserer Wirkung gegen Zweikeimblättrige als KERB. Die beiden letztgenannten Herbizide sind gut geeignet gegen Ackerfuchsschwanz-Resistenzen.

3. Wuchsregulierung und Pilzkrankheiten in Winterraps
Erste Phoma-Infektionen (runde hellgraue Flecken mit schwarzen Pünktchen) wurden auf den Blättern festgestellt. Entscheidend ist der weitere Witterungsverlauf. Früh gesäte und weit entwickelte Winterraps-Bestände sollten zur Wuchsregulierung, d.h. Verhinderung der Stängelbildung, zur Verbesserung der Winterfestigkeit und gegen Krankheiten wie Phoma mit Fungiziden behandelt werden, spätestens im 5-Blatt-Stadium.
Mittelwahl und Menge je nach Zielanforderung.  
Mittelbeispiele: CARAX (0,5 – 0,75 l/ha) hat starke einkürzende Wirkung, jedoch nicht in uneinheitlichen Beständen einsetzen. Die beste pilzliche Wirkung hat 1,2 l/ha TILMOR. Ansonsten 0,7 – 1,0 l/ha FOLICUR oder 0,35 – 0,5 l/ha TOPREX. Im Extremfall sind auch Spritzfolgen erforderlich.

4. Schadinsekten
Entsprechend den Gelbschalen des Amtes zur Zeit schwacher Zuflug. Bei Wiedererwärmung könnte sich dies jedoch ändern. Dann ist neben dem Rapserdfloh auch dem Schwarzen Kohltriebrüssler Aufmerksamkeit zu schenken. Deshalb sind eigene Gelbschalen wichtig.

5. Blattläuse als Virusüberträger in Winterraps
Bei Beständen ohne Sorten mit TuYV-Wasserrübenvergilbungsvirus-Resistenz Blattlaus-Kontrollen (auch blattunterseits) durchführen. Mitentscheidend ist die kommende Witterung. Bei Starkbefall hat das Mittel TEPPEKI mit 0,1 l/ha eine Notfall-Zulassung nach Artikel 53 EU erhalten. 

Düngung
Wegen Winterhärte auch auf Bor- und Mangan-Versorgung achten. Bei Bodentrockenheit wird Bor schlecht aufgenommen, deshalb Blattdüngung bevorzugen. 

Winterweizen

1. Wegen Bodentrockenheit Nachbaumöglichkeit/Bodenbearbeitung nach Mais-Herbizid prüfen.

2. Kein Nachbau-Saatgut von Beständen, die zur Ernte stärker mit Ährenfusarium befallen waren; bei Eigen-Nachbau Keimfähigkeitsprüfung durchführen

3. Brachfliegengefahr wegen Trockenheit und Hitze nach Hackfrüchten Maßnahmen: Pflugfurche mit Vorschäler, keine zu späte Saat, nicht zu tiefe Saat, Saatstärke erhöhen

4. Bei Zwergsteinbrand-Befallsgefahr Saatgut-Behandlung mit LANDOR CT

5. Schneckenkontrollen durchführen, kritisch ist vor allem Vorfrucht Raps

Mais

Körnermais-Bestände bezüglich Ernte je nach Sortenanfälligkeit und Witterung beobachten, ob wegen Kolbenfusarium-Befall und Mykotoxin-Gefahr die Ernte ggf. vorgezogen werden muss.

Bodenbearbeitung nach Mais und Zuckerrüben

Bei Auftreten des Maiszünslers sollten die Stoppeln und Erntereste bald gemulcht werden. Um eventuellen Problemen mit Ährenfusarium, Maiszünsler bzw. Cercospora-Blattkrankheit bei Rüben vorzubeugen, wird betriebsspezifisch empfohlen, eine Pflugfurche durchzuführen, wenn der Boden es zulässt. In Wasserschutzgebieten darf in Problem- und Sanierungsgebieten keine Pflugfurche nach Mais und Rüben vorgenommen werden, wenn eine Winterung folgt. Darüber hinaus Erosionsschutz-Bestimmungen beachten. 

Grünland

Der letzte Schnitt sollte wegen Winterfestigkeit nicht zu spät und nicht zu tief sein.

Fußleiste