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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 28.11.2019





Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der
Landwirtschaftsverwaltung.

Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten.
Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten.
Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.




Allgemein:

Wildschaden: Auf gefährdeten Schlägen zur Wahrung von Entschädigungsansprüchen

öfters Kontrollen durchführen.



Grünland

Kontrollieren Sie Ihre Grünland-Flächen auf Feldmäuse und Wühlmäuse. Gerade ein

niedriger Besatz sollte genutzt werden, um die Population langfristig niedrig zu halten.

Gut geeignet ist bei noch geringem Befall das Aufstellen von Sitzgelegenheiten für Greifvögel.

Zur Kontrolle und als Auflage zur Bekämpfungsnotwendigkeit eignet sich die Lochtretmethode:

Es werden auf 2 x 250 Quadratmeter (das sind jeweils ca. 16 m x 16 m) alle Feldmauslöcher

zugetreten. Nach 24 Stunden werden die wieder geöffneten Löcher (wgL) gezählt.

Für Grünland liegt der Bekämpfungsrichtwert bei ca.10 wgL je Kontrollfläche.

Bei Bedarf RATRON Giftweizen oder RATRON Giftlinsen einsetzen. Diese Mittel dürfen

entsprechend den Gebrauchsanleitungen nur verdeckt ausgelegt werden, d.h. mit

Legeflinte oder geeigneten Köderstationen. Es gelten weitere Bestimmungen.

Gegen Wühlmäuse empfiehlt sich die Verwendung von Fallen.



Acker-Winterkulturen: Auf kritischen Schlägen Feldmauskontrollen durchführen.

Entsprechend der Lochtretmethode liegt der Bekämpfungsrichtwert für Wintergetreide und Raps bei ca. 5 - 8 wgL.



Vorratsschutz im Getreidespeicher

Die Lagerbedingungen sollten kühl und trocken sein. Kontrollieren Sie Ihre Vorräte auch

in den Wintermonaten auf Kornkäfer und andere Vorratsschädlinge. Die Behandlung

lagernder Getreidevorräte ist bei Bedarf z.B. bei der Umlagerung mit K-OBIOL EC 25 oder

SILICO-SEC entsprechend den Gebrauchsanleitungen möglich.

Bei SILICO-SEC vorherige Absprache mit dem Abnehmer.

Bei allen Mitteln Anwenderschutz beachten.



Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln

Mittel mit Anwendungsverbot und auch andere Präparate müssen sachgerecht entsorgt

werden, z.B. bei einer Sondermüll-Deponie.

Informationen zur Entsorgungspflicht unter www.bvl.bund.de und Fachzeitschriften.

Gleichzeitig das Pflanzenschutzmittel-Lager auf nicht mehr verwendbare Präparate über-

prüfen. Hinweise zur Entsorgung auch unter www.pre-service.de.



Frühbezug von Pflanzenschutzmitteln

Neben dem Einkaufspreis sollten auch Kriterien wie Resistenzvermeidungsstrategien und

Anwendungsauflagen beachtet werden.

So sollte der Wechsel von Wirkstoff-Klassen berücksichtigt werden, die an Buchstaben bzw.

Zahlen ersichtlich sind. Bei der Selbstmischung von einzelnen Präparaten sollte darauf

geachtet werden, dass sie verschiedenen Wirkstoffklassen angehören.

Bei zu langer Bevorratung von Pflanzenschutzmitteln besteht die Gefahr, dass sich

Anwendungsbestimmungen verschärfen oder sogar ein Anwendungsverbot kommt.

MESUROL-gebeiztes Maissaatgut könnte nur noch bis 03.04.2020 ausgesät werden und ist

danach entsorgungspflichtig.

Weitere bekannte Präparate mit Aufbrauch- u. Entsorgungspflicht imJahr 2020:

Nach derzeitigem Stand z.B.

AGENT (19.3.), AMISTAR OPTI (20.5.), BACARA FORTE (27.03.), CORBEL (30.10.), Dimethoate (30.6.), GLADIO (19.3.), JUWEL TOP (30.10.), OPUS TOP (30.10.), PLENUM 50 WG (30.1.), REBELL ULTRA (30.6.), REGLONE u. Deiquat-Mittel (4.2.).

Kombi-Packs von Pflanzenschutzmitteln haben preisliche Vorteile, können in Einzelfällen

jedoch nicht immer eine situationsangepasste Lösung darstellen.

Beim Kauf von importierten Pflanzenschutzmitteln ist darauf zu achten, dass sie identisch

sind mit einem in Deutschland zugelassenen Mittel und eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache besitzen sowie eine Parallelimport-Genehmigung haben.



Pflanzenschutzgeräte

Einwinterung nicht vergessen.

Achtung neu:

Bis zum 31.12.2020 müssen auch stationäre und mobile Beizgeräte erstmals geprüft werden. Nach derzeitigem Stand sind davon auch die Betonmischer-Beizgeräte betroffen.

Weiterhin müssen zu diesem Termin auch Granulatstreugeräte, also auch Schneckenkorn-

streuer, geprüft worden sein.

Deshalb bei Bedarf sich rechtzeitig nach einer Prüffirma erkundigen.



Dokumentation

Gemäß dem Pflanzenschutzgesetz ist bei der gewerblichen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln die Dokumentation der Maßnahmen Pflicht. Prüfen Sie bitte, ob

Ihre Dokumentation für 2019 jetzt vollständig ist. Sie muss 3 Jahre aufbewahrt werden.

Mit dieser Ausgabe endet der Infoservice 2019. Die nächste Ausgabe erfolgt kurz vor

Vegetationsbeginn 2020.

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